Stamm

Angefangen hat alles mit Bruder Werner, dem damaligen Pastoralreferenten in St. Norbert, und einer Gruppe Jugendlicher. Schon Ende 1993 fanden die ersten Gruppen-stunden statt, bevor dann im Februar 1994 unser Stamm offiziell gegründet wurde. Im Laufe der Jahre kamen immer wieder neue Kinder und Leiter zum Stamm hinzu, während andere uns nach kurzer oder langer Zeit wieder verließen. Aber noch heute sind einige der Gründungsleiter und -kinder, inzwischen selbst als Leiter, dabei. Im Moment sind wir ungefähr 50 Mitglieder, mit drei Gruppen. Wir haben eine Wölfings- und Juffigruppe, eine Juffi- und Pfadigruppe sowie eine Roverrunde.

Während der vergangen 20 Jahre fanden viele unterschiedliche Aktionen statt, neue kamen hinzu und alte wurden aufgegeben. Das Highlight eines jeden Jahres ist das Stammeslager, das über Pfingsten, Fronleichnam oder Christi Himmelfahrt stattfindet. In den ersten Jahren ging es nach Gaesdonk zum dortigen Internat. Neben dem Zeltplatz boten eine See, mehrere Turnhallen und sogar ein Schwimmbad Platz und Möglichkeiten für Spiele, Lagerbauten und einem gemütlichen Lageralltag. Die Jahre danach ging es in Haselünne dafür umso spartanischer zu. Zwar gab es mit dem nah gelegenen Fluss Hase wieder eine Schwimmmöglichkeit, aber der Fluss war auch das einzige fließende Wasser. Spül- und Waschwasser musste mit einer Handpumpe gefördert werden und die Toiletten waren vier urige Plumpsklos. Trotz allem kam der Spaß nicht zu kurz und wir haben viele spannende und vergnügliche Lager verbracht. Näher zur Heimat fanden die letzten drei Stammeslager statt. Über Ahaus ging es nach Isselburg und von dort nach Ramsdorf im letzten Jahr. Neben den Zeltplätzen waren aber die unterschiedlichen Themen die Highlights im Lager. So waren wir als Ritter oder Wikinger unterwegs, schossen unseren Schützenkönig oder wählten unseren Bürgermeister und reisten einmal um die Welt. 

Während das Stammeslager meist bei besten und warmen Wetter stattfindet, geht es fürs Winterwochenende jedes Jahr in den Schnee. Seit mehr als 10 Jahren schlagen wir unser Lager in einer Hütte in Winterberg auf und machen die naheliegenden Rodelpisten unsicher. Während das Lager und das Winterwochenende nur übers (lange) Wochenende gehen, ging es in den Sommerferien auch mal für zwei Wochen weg. In Saalbach-Hinterglemm waren wir direkt in unserem ersten Jahr wandern, es ging nach Wils in Luxemburg oder mit dem Kanu paddelten wir auf der Ardèche und der Dordogne in Südfrankreich. Da man aber auch nicht immer so lange weg fahren kann, haben wir auch zahlreiche Kurztrips über ein bis zwei Tage unternehmen. So ging mit Rucksack und Kompass öfters auf einen Hike, bei dem wir selbstständig den Weg und die Unterkunft finden müssen. Auch die Freizeitparks in der Umgebung wurden von uns öfters besucht. Sogar die englische Hauptstadt war bereits Ziel eines Wochenendes. Im Jahr 2005 waren einige von uns unter den Tausenden Besuchern des Weltjugendtages in Köln.

Unser jeckes Gemüt konnten wir fast 15 Jahre lang im Karneval ausleben. Die Wochenenden, Wochentage und viel Herzblut investierten wir in den Bau unserer Karnevalswagen. Jedes Jahr wurde zum neuen Motto aus Holz und Farbe der Wagen aufs Neue aufgebaut. Am Rosenmontag ging es dann mit den Leitern und Kindern auf den Bocholter Zug. Während der Bocholter Kirmes fand über Jahre unsere Fahrradwache an der Dinxperloer Straße statt. In der Bocholter Innenstadt trifft man uns aber immer noch an, doch jetzt zum Bocholter Citylauf. Seit Anfang an versorgen wir die Läufer an der Strecke und im Ziel mit Wasser und Zitronentee. Mit dieser Erfahrung begleiten wir auch die Kevelaer Fußpilger und verkaufen unterwegs Getränke.

In den Gruppenstunden wurden viele Spiele drinnen und draußen gespielt und verschiedenste Projekte gemacht. So wurden ein Floß oder eine Seifenkiste gebaut oder es musste auch mal der Pfadi anstelle von Stefan Raab geschlagen werden. Aber nicht nur im Stamm sind wir aktiv, sondern auch auf mit den anderen Stämmen in Bocholt und im Kreis Borken. So bringen wir Bocholter Stämme das Friedenslicht in unsere Gemeinden oder fahren alle zusammen ins Lager, wie in diesem Jahr.